Bild von Ekkehard

Lange war es ruhig um die Interviewreihe „Zeig mir Deine Joomla! Geschichte“. Nun starten wir mit dem ersten Gespräch der 5. Staffel von „ZMDJ!G“ mit einem „Mambo-Urgestein“...

Herzlichen Dank an Ekkehard Körbel für seine Zeit und seine Infos über seinen ersten Kontakt mit Joomla, seine „Mambo-Kumpels“ und sein Hobby auf den Gewässern im Westen Deutschlands. Viel Spaß beim Lesen des Interviews!  

Ekkehard, stell dich doch bitte kurz einmal vor?
Klar, gerne und schonmal vielen Dank für die Anfrage zu diesem Interview. Habe mich wirklich sehr gefreut darüber.

Ich heiße Ekkehard Körbel, bin 48 Jahre alt und lebe zusammen mit meiner Lebensgefährtin und meinen beiden Söhnen (12 und 14 Jahre alt) im Rheingau.
Nach meinem Abitur in Groß-Umstadt folgte eine kaufmännische Ausbildung inkl. 3 Jahren beruflicher Tätigkeit. Danach habe ich Medienwirtschaft in Wiesbaden studiert und bin selbständig im Bereich Webhosting mit dem Schwerpunkt auf Joomla-Webseiten.


Du bist mit deinem Unternehmen Joomla100.com seit 2005 am Markt aktiv.  Was sind eure Leistungen, wo ich u.a. als Joomlanutzer davon profitiere?
Firmenlogo von joomla100.com
Ich weiß ja, 2005 hört sich in der digitalen Welt schon irgendwie nach Diskette und Monochrombildschirm an, aber es ist natürlich jede Menge Erfahrung, die sich in diesen Jahren angesammelt hat.
Wir haben einige Kunden, die bereits mit Joomla 1.0 bei uns angefangen haben und deren Seite bis zur aktuellen Version Joomla 5 von uns betreut und regelmäßig migriert wurde.
Ich bekomme von den Kunden oft das Feedback, dass unser zuverlässiger, persönlicher Support sowie die langjährige Erfahrung ein Grund für die Treue und Zufriedenheit sind. Das freut uns natürlich sehr und ist uns auch wichtig weiter aufrecht zu erhalten.


Wie viele Mitarbeiter*innen hast du und wie teilt ihr die Arbeit in eurer Firma auf?
Wir sind ein kleines Unternehmen mit drei Mitarbeitern. Unsere Swetlana ist für die Buchhaltung und die Pflege der Webseiten zuständig. Marco ist unser Techniker, der darauf achtet, dass die Server den neuen Anforderungen von Joomla (und inzwischen natürlich auch Wordpress) gerecht werden. Ich selbst betreue die Kunden und kümmere mich um den technischen Support.


Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?
Genau eben diesen direkten Kontakt zum Kunden mag ich total. Jeder Kunde ist anders, jede Anfrage ist individuell und neben den technischen Themen kommt man doch oft persönlich ins Gespräch. Wir haben Kunden in den USA und auf Mauritius, es haben sich über die Jahre auch einige Freundschaften aus der Kundenbeziehung entwickelt.
Durch die stetigen Entwicklungen ändern sich die Anforderungen und ich muss technisch immer am Ball bleiben. Es wird also nie langweilig.
Da ich den Job quasi von überall machen kann wo ich Internetempfang habe bin ich dabei total flexibel, was ich auch toll finde. Gerade im Sommer nutze ich das gerne und arbeite wann immer es geht von unterwegs.


Wie bist du damals zu Joomla gekommen?
Hm, das ist eine lange Geschichte, in der auch die Chaos-Theorie eine Rolle spielt. Ich versuche es mal in der Kurzfassung:

Während des Studiums wollte ich ein Studentenportal aufbauen und war auf der Suche nach einem geeigneten CMS. Ein Freund empfahl mir drei Systeme, die ich mir mal anschauen sollte:

1. TYPO3 CMS
2. WordPress
3. Mambo

Nur rein durch Zufall habe ich mich für Mambo entschieden und wurde im Forum aktiv. Irgendwann, nach der Abspaltung von Jooomla! von Mambo, habe ich auf Joomlaportal.de, dem damals größten Joomla-Forum, mehr Fragen beantwortet als welche zu stellen. Irgendwann hat mich Stefan Köller als damaliger Betreiber von Joomlaportal dann gefragt, ob ich nicht Moderator werden möchte.
Schnell merkte ich, dass die meisten Fragen auf schlecht konfigurierte Server zurückzuführen sind und kein echtes Joomla-Problem sind. So kam die Idee, auf Joomla optimierte Server anzubieten. Das Ganze war eigentlich nur als Nebenverdienst gedacht, um mir die Realisierung meines langersehnten Traums zu ermöglichen: einen 65er Ford Mustang (das war übrigens auch schon der Antrieb, das Studentenportal aufzubauen).

Die Sache mit dem Hosting lief dann während des Studiums schon so gut, dass ich mich nach Studienabschluss erst gar nicht irgendwo beworben habe, sondern direkt in die Selbständigkeit gestartet bin und neue Ideen und Angebote umgesetzt habe.


Bist Du in einer JUG oder in einer ähnlichen Joomla Gruppe organisiert?
Zu Joomlaportal-Zeiten hatten wir in Wiesbaden eine JUG, die Treffen fanden aber selten statt und irgendwann ist das leider komplett eingeschlafen. Als sich 2015 dann meine familiäre Situation geändert hat und ich quasi alleinerziehend war, wurde das mit den Aktivitäten in der Community sehr schwierig.


Warst du schon mal auf einem JoomlaDay oder JoomlaCamp dabei? Wenn Ja bei welchen? Was ist das schönste Erlebnis davon?
Na klar und unvergesslich für mich: der erste Mamboday 2005 in Bonn (später dann JoomlaDay genannt). Ich hatte erst eine Woche zuvor meine Selbständigkeit und mit mambo100.de begonnen, dann ging es schon direkt los auf den Mamboday in Bonn. Das war einfach genial, da waren lauter Urgesteine am Start:

Marc Hinse (aka MademyDay), Stefan Köller (damals Betreiber von Joomlaos.de und Joomlaportal.de), Christian  Hent (joomlanews.de), Brian Teeman (Co-Founder von Joomla!) u.v.m.

Ich war auch noch auf weiteren JoomlaDays, denn Joomla war damals noch mit Abstand das populärste CMS, weit vor WordPress. Es herrschte immer eine unglaubliche Stimmung und ein toller Zusammenhalt, ständig gab es neue Erweiterungen, die auf Joomlaos veröffentlicht wurden (die Seite hatte damals den gleichen Pagerank wie spiegel.de!), Christian schrieb auf Joomlanews regelmäßig über neue Erweiterungen, auf Joomlaportal waren hunderte User gleichzeitig online. Mit vielen Mitgliedern aus der Community habe ich mich dann später auch noch privat getroffen, wobei natürlich immer Joomla! das bestimmende Thema war. ;-) Ich erinnere mich sehr gerne und oft an diese Treffen und wäre gerne wieder mit dabei.


Zurück zu deinen Angeboten bei Joomla100.com. Ich habe gelesen ihr bietet u.a. Nextcloud an, also u.a. Datensicherung im Internet. Was ist der große Vorteil dabei und was muss ein Joomla-Kunde im Allgemeinen beachten?
Ein ganz großer Vorteil bei uns ist, dass die Daten nicht in die Hände der großen Datenkraken gelangen und die Voraussetzungen der DSGVO erfüllt bleiben. Inzwischen verwenden wir auf unseren Servern plesk. Damit ist NextCloud mit ein paar Klicks installiert. Man sollte es aber auch regelmäßig pflegen. Leider gibt es immer wieder Nutzer, die es installieren, weil es ja recht einfach ist, werfen mal einen Blick rein und lassen die Installation dann links liegen (das betrifft auch OneClick-Installationen von WordPress, Joomla! usw.).

Der große Haken dabei ist, dass dann eine sicherheitstechnische Zeitbombe auf dem Server liegt: eine Installation, die nicht mehr mit Updates versehen wird. Ohne Updates gibt es dann irgendwann eine Lücke, die vielleicht auch mal ausgenutzt wird.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, auch hier darauf hinzuweisen: Testinstallationen sollten umgehend wieder gelöscht werden, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben und nicht mehr genutzt werden. Egal ob Joomla, Nextcloud, WordPress oder andere Systeme.


Sicherheit geht alle an. Was rätst du deinen Kunden zum Thema Sicherheit bei Joomla-Webseiten?
Abgesehen vom Offensichtlichen wie Updates und regelmäßiger Backups: weniger ist mehr!

Was für Testinstallationen beim CMS gilt, kommt auch bei den Erweiterungen zum Tragen. Ich habe es immer wieder mit Installationen zu tun, bei denen gefühlt alles installiert wurde, was extensions.joomla.org so hergibt. Drei verschiedene Fotogalerien, alle möglichen Formular-Editoren, Foren usw. werden installiert als gäbe es kein Morgen mehr. Da wird mal kurz reingeschaut und dann links liegen (bzw. installiert) gelassen. Zum Haare raufen!


Wie sind deine oder eure Erfahrungen beim Upgrade von Joomla 3 zu 4 oder von Joomla 4 zu 5. Was könnte in zukünftigen Versionen, die größere Updateaufwand erfordern, besser sein? 
Insbesondere bei den o.g. Installationen mit unzähligen Erweiterungen oftmals recht schwierig. Das liegt aber ja nicht an Joomla, sondern meist an den Nutzern, bzw. an den installierten inkompatiblen Erweiterungen. Es ist schwierig den Kunden zu vermitteln, dass nicht alles was für Joomla 3 programmiert wurde auch unter Joomla 4 läuft. An solch einem Fall arbeite ich auch gerade intensiv und suche nach Lösungen.

Es gibt aber auch Seiten, da klappt das Update beim ersten Versuch. Ich gehe dabei immer so vor, dass ich auf dem gleichen Server unter einer Subdomain arbeite. D.h.:

1. Backup mit Akeeba erstellen
2. Subdomain anlegen
3. Unter der Subdomain mit eigener Datenbank eine Kopie der Seite erstellen
4. Auf der erstellten Kopie erst mal gründlich ausmisten.
5. Update starten und beten

Das hat den Vorteil, dass die produktive Seite nicht ausfällt. Viele Kunden haben das Update auf der produktiven Seite durchgeführt. Noch so ein Fall, bei denen wir dann mit dem Support gefragt sind.

Von Joomla 4 auf Joomla 5 läuft es schon deutlich besser und entspannter. Optimal wäre eine striktere Vorgabe für Template-Entwickler. Viele Kunden wechseln zu Wordpress, da hier eine gewissen Kontinuität bei der Nutzung der Themes gegeben ist und nicht bei jedem Major-Release eine zum Teil recht kostenintensive Template-Migration nötig ist.


Welche anderen CMS-Systeme kennst du etwas näher und wie sind Deine Erfahrungen damit?
Ich habe mir Wordpress und auch Typo3 natürlich angeschaut. Ich bin davon allerdings nicht überzeugt und kann auch den Hype um Wordpress nicht nachvollziehen. Mit Joomla kann ich alles umsetzen was ich möchte, es gibt für mich keinen Grund, ein anderes CMS zu verwenden.


Wenn wir mal nach vorne blicken. Welche Änderungen im Joomla!-Core oder welche aktuellen fremden Erweiterungsmöglichkeiten sollte das Joomla CMs z.b. in der Version J! 6 im Core haben, wenn du es dir wünschen könntest? 
Ein Traum wäre eine OneClick-Backup und Restore-Funktion.


Ekki auf seinem Boot

Danke Dir, Ekkehard, für deine Einblicke in die Joomla! Welt. Jetzt nochmal ein privater Blick. Was machst du in deiner Freizeit oder welche Hobbys hast du?
Wenn es neben Job und Familie die Zeit zulässt, dann spiele ich leidenschaftlich gerne Schach und genieße den Rheingau. Der hat ja bekanntermaßen nicht nur viele gute Weingüter, sondern bietet durch den Rhein auch leicht die Möglichkeit zum Bootfahren. Boote sind eine weitere Leidenschaft von mir.


Bootfahren, Wein und Schach ist eine ungewöhnliche Mischung. Ich nehmen mal an, dass du einen Bootsführerschein hast?
Ja, ich habe den Sportbootführerschein gemacht. Der Rhein hat mich schon immer fasziniert, deshalb wollte ich auch unbedingt hier am Rhein wohnen. Einer meiner Träume ist es, zusammen mit meiner Lebensgefährtin einmal die Sauerkrauttour zu absolvieren. Das ist eine Rundreise über Koblenz entlang der Mosel über die Saar und einige Kanäle zurück in den Rhein bei Straßburg und wieder zurück in den Rheingau. Dafür braucht man allerdings wegen der vielen Schleusen einige Wochen Zeit und geht nicht mal schnell in den Ferienwochen.

Im Sommer bin ich auch gerne in Kroatien auf dem Wasser unterwegs. Das passt zu meinem anderen Traum, über die Donau ins schwarze Meer und über den Bosporus über Griechenland nach Kroatien zu fahren.

Ich fahre aber nicht nur Boot, ich renoviere auch sehr gerne alte Boote. Meine Lebensgefährtin zieht mich immer damit auf, dass ich stundenlang und mit Hingabe die Oberflächen schleifen, lasieren und polieren kann. Das ist wie Meditation für mich und die handwerkliche Arbeit ist ein wichtiger Ausgleich zu meinem Alltag am Schreibtisch.


Und mit wem und wie spielst du Schach?
Schach spiele ich seit meiner Kindheit im Schulschach und im Verein. Damals hatte ich es bis zum U14 Hessenmeister im Schulschach geschafft, dann aber eine längere Pause eingelegt. Seit 10 Jahren bin ich wieder mit dabei und sehr glücklich darüber, dass mein älterer Sohn meine Leidenschaft teilt. Inzwischen spielen wir gemeinsam in unserem Verein in der gleichen Mannschaft, was für mich etwas ganz Besonderes ist.
Trotz aller IT-Affinität bevorzuge ich zum Training aber dann doch ein sogenanntes „digitales Brett“. Das heißt, ich habe echte Holzfiguren zum Anfassen, das Brett ist ebenfalls aus Holz, aber mit meinem Computer verbunden und die Züge werden vom Brett an meinen Gegner übermittelt. Diese Spielsimulation ist gegenüber der digitalen Variante am Bildschirm einfach nicht zu toppen.


Ekkehard, Vielen Dank für Deine Zeit und deine Antworten. Es hat mir viel Spaß gemacht! Alles Gute!

Link: www.joomla100.com

 

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